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Gleichstellungsbericht 2025: Wo steht der Sport in Niedersachsen?
9. März 2026
Mit dem aktuellen Gleichstellungsbericht 2025 gibt der Landessportbund Niedersachsen einen umfassenden Einblick in den Stand von Gleichstellung und Vielfalt im organisierten Sport.
Den vollständigen Bericht gibt es hier: Gleichstellungsbericht 2025
Eines zeigt der Bericht: Es gibt Fortschritte aber auch weiterhin deutlichen Handlungsbedarf.
Frauen im Sport: Gute Basis, aber wenig in Führung
Ein Blick auf die Mitgliederzahlen zeigt zunächst ein positives Bild:
Rund 43,75 % der Vereinsmitglieder in Niedersachsen sind weiblich. Damit liegt Niedersachsen im Bundesvergleich sogar über dem Durchschnitt und gehört zu den führenden Bundesländern. Allerdings spiegelt sich dieses Verhältnis nicht in den Führungsstrukturen wider. Nur 20 % Frauen im LSB-Präsidium, weniger als 30 % Frauen in Führungspositionen, 0 % Frauen im Vorstand des LSB (Stand 2025). und auch in den Vereinen zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier liegt der Anteil weiblicher Vorsitzender bei unter 20 %
Fazit: Viele Frauen sind im Sport aktiv, aber deutlich seltener in Entscheidungspositionen vertreten.
Ehrenamt und Trainer*innen: Unterschiede je nach Bereich
Interessant ist zudem der Blick auf die Qualifikationen im Sport. Insgesamt gibt es sogar mehr weibliche als männliche Lizenzinhaber*innen. Allerdings konzentriert sich dieses Engagement vor allem auf den Breiten- und Gesundheitssport. In Bereichen wie Leistungssport oder Vereinsmanagement sind Frauen hingegen deutlich seltener vertreten. Auch hier zeigt sich, dass sich Beteiligung und Einfluss nicht immer gleich verteilen. Das bedeutet: Frauen engagieren sich stark, aber oft in anderen Bereichen als Männer.
Vielfalt mitdenken: Mehr als nur Männer und Frauen
Der Gleichstellungsbericht macht außerdem deutlich, dass Gleichstellung heute breiter gedacht wird als noch vor einigen Jahren. Neben der klassischen Betrachtung von Frauen und Männern rücken zunehmend auch Aspekte von geschlechtlicher Identität und sexueller Vielfalt in den Fokus. Ziel ist es, allen Menschen – unabhängig von ihrer Identität – eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport zu ermöglichen und bestehende Diskriminierungen abzubauen. Unser Ziel ist eine offene und inklusive Sportlandschaft für alle.
Neue Ansätze: Roadmap Diversity und Fördermöglichkeiten
Um diese Entwicklungen voranzutreiben, setzt der Landessportbund auf langfristige und strukturelle Maßnahmen. Mit der sogenannten „Roadmap Diversity“ wird aktuell ein Prozess angestoßen, der die Organisationskultur und Entscheidungsstrukturen im Sport nachhaltig verändern soll. Gleichzeitig werden Förderprogramme weiterentwickelt, um gezielt Projekte und Initiativen zur Gleichstellung und Vielfalt zu unterstützen.
Auch Vereine sollen künftig stärker profitieren, z. B. durch:
– Mentoringprogramme
– Fortbildungen
– Unterstützung bei Veränderungsprozessen
Was bedeutet das für Vereine?
Für die Sportvereine vor Ort bietet der Bericht damit wichtige Impulse. Er regt dazu an, die eigenen Strukturen zu hinterfragen und sich bewusst mit Fragen von Teilhabe, Repräsentation und Chancengleichheit auseinanderzusetzen. Denn Gleichstellung ist kein Randthema, sondern ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit von Sportvereinen.
Der Gleichstellungsbericht 2025 zeigt deutlich: Erste Schritte sind gemacht, doch der Weg zu mehr Gleichberechtigung und Vielfalt im Sport ist noch nicht abgeschlossen. Entscheidend wird sein, die angestoßenen Prozesse konsequent weiterzuführen und auf allen Ebenen des Sports mitzudenken.
Gleichstellung ist kein „Extra-Thema“, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Vereinsentwicklung.
Ausblick: Veränderung braucht Zeit und Engagement
Der Bericht zeigt klar:
Ein echter Wandel passiert nicht von heute auf morgen.
Aber: Die Weichen sind gestellt. Mit neuen Strategien, mehr Transparenz und gezielten Maßnahmen soll Gleichstellung im Sport langfristig gestärkt werden.